Technologie im Kuhstall – Mehraufwand oder Erleichterung?

Sich um die Leistung der Milchkühe zu kümmern, um mehr Milch, eine bessere Reproduktion, geringere Krankheitsfälle und eine bessere Milchqualität zu erzielen, erfordert Zeit und eine genaue Beobachtung. Wie genau können Technologien im Stall helfen? Ist das rein visuelle Erkennen von Krankheiten und Beschwerden die bessere und verlässlichere Art des Vorgehens? Oder sind digitale Systeme der Weg der Zukunft? – Ein Beitrag von Smartbow. Zoetis entwickelt, produziert und vertreibt die Smartbow Ohrmarke zur Gesundheits- und Wiederkäuüberwachung, zur Brunsterkennung sowie Kuh-Ortung in Echtzeit.


Um das individuelle Tier- und Betriebsmanagement und vor allem die landwirtschaftliche Produktion zu verbessern, erwerben immer mehr Milcherzeuger Überwachungstechnologien auf Sensorbasis. Die Nahrungsaufnahme und das Wiederkauverhalten bzw. das Wohlbefinden jedes einzelnen Tieres wurde bisher durch visuelle Beobachtungen des Landwirts beurteilt. Diese Beobachtung der Tiere kann als sehr subjektiv angesehen und unterschiedlich interpretiert werden. Zudem ist es ein sehr zeitaufwändiges Prozedere, welches jedoch seit einigen Jahren durch neue Sensortechniken ergänzt werden kann.

In einer Studie von 2016 (Borchers, Chang, I.C., Wandsworth, & Bewley, 2016) wurde eine enge Abhängigkeit zwischen visueller Beobachtung und den Daten eines ohrmarkenbasierten Überwachungssystems festgestellt – dem Gesundheitsüberwachungssystem Smartbow. In der genannten Studie wurde eine Genauigkeit von sehr guten 97% getestet. Durch die genaue Übersicht über die Wiederkäuminuten pro Tag können Krankheiten früh erkannt und behandelt werden. Bei Unwohlsein sinken die Wiederkäuminuten pro Tag oder die Kuh käut gar nicht wieder. Hier gibt es unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten. Um die richtigen Schlüsse zu ziehen, sollte man sich das Tier ansehen und ggf. ein Tierarzt hinzuziehen.

In einer weiteren Studie aus dem Jahr 2014 wurde zudem die Zeit, welche die Kuh liegend verbrachte, näher untersucht. Die Liegezeit kann ein Anzeichen für Kuhkomfort, Wohlergehen sowie für gesundheitliche Veränderungen sein. Zum Beispiel verbringen kranke Kühe ihre Liegezeit meist außerhalb der Herde.

Ist ein solches System nützlich für meinen Milchviehbetrieb?

Bestimmte Sensortechnologien können helfen einen genaueren Überblick über den Bestand zu haben und insbesondere Krankheiten, generelle Beschwerden sowie Brunst und Kalbung schneller zu erkennen und dementsprechend zu handeln bzw. zu unterstützen. Die frühzeitige Reaktion auf u.a. klinisch noch nicht sichtbare Krankheiten kann nicht nur die Beschwerden der Kuh reduzieren, sondern auch Geld sparen; dies ist z.B. durch die Verminderung des Medikamenteneinsatzes möglich. Die zusätzlich eingesparte Zeit kann dann für Familie und Freunde oder auch andere Projekte genutzt werden. Zusammenfassend sind Sensortechnologien in Milchviehbetrieben als eine große Hilfe anzusehen, wie bereits durch unabhängige Studien und teilnehmende Landwirtinnen und Landwirte bestätigt wurde.


Genannte Quelle:  Borchers, M. R., Chang, Y. M., I.C., T., Wandsworth, B., & Bewley, J. M. (2016). A validation of technologies monitoring dairy cow feeding, ruminating, and lying behaviors. University of Kentucky, lexington 40546: J. Dairy Sci. 99:7458–7466.